Ein 15 Meter sich empor türmendes, berauschendes Farbenspektakel, hinreißend faszinierendes Formengewoge, suggestiv sich tiefschraubende Abgründe, dynamisch loswuchtende, atemberaubende Drehimpulse, faszinierendes Entstehen und aufregendes Vergehen – das alles dargeboten als eine elementare, berauschende Überwältigungs-Sensation des Sehens und Staunens, welches uns Ahnungen vermittelt, wie es auf unbekannten Welten in fremdem Galaxien und in einer der bislang von Astronomen theoretisch errechneten 9 Dimensionen aussehen könnte. Es war der optische Höhepunkt des Festivals der Medienkultur, welches unter dem prominenten Markenzeichen Schmiede 10 Tage lang von 140 Schmiede-Werkern auf der Pernerinsel entfacht und am Glühen gehalten wurde. (Dazu die oben stehenden Fotos 1 bis 5). Vor acht Jahren von Schmiede-Kraftwerk Rüdiger Wassibauer (auf dem letzten Foto) in Hallein gegründet, stellt die Schmiede heute ein international beachtetes Ereignis dar, welches die Möglichkeiten der neuen Medien nach allen Richtungen hin ausleuchtet. (Siehe dazu SALZSCHREIBER-Ressortlink Zeitungs-Prüfstand, Nr. 38, Tennengauer Nachrichten). Spontane Schöpfungen stehen in der Schmiede neben mehrjährigen Projekten, Einzelkämpfer rackern hier ebenso mit Laptop und Videokamera wie mehrköpfige Arbeitskommandos. Das gemeinsame Wollen, Können, Bestreben, Arbeiten, Planen, Entwickeln, Experimentieren und Präsentieren verschweißt die Schmiede-Truppe zu einer in sich geschlossenen Kampfmannschaft, die 10 Tage lang in einem ganz speziellen Schmiede-Kosmos manövriert und agiert. Dessen Grenzen gestalten sich fließend – denn heuer waren Interessierte aus der Außenwelt durchaus willkommen, nicht als Störenfriede geduldet sondern als Talk-Partner und Konsumenten bei Präsentationen sehr erwünscht. So waren Werke eines wahren Meisters der Zeichenkunst zu bewundern, Technofreaks hatten einen Wald übermannshoher, dünner Stabobjekte errichtet, der auf Annäherung menschlicher Wesen mit Ausweichbewegungen reagierte – eine technische Kreation, der sich unzählige Anwendungen von der Medizin über den Wohnsektor bis hin zur Raumfahrt eröffnen. Der Humor kam nicht zu kurz in Videotrailern ebenso wie in der Aktion ,,Schön dass Du gehst!’’, welche Halleiner, auf deren entschiedenes Verlangen, in Länder ihrer geheimen Träume deportierte - ob Afghanistan, Nigeria, Feuerland oder Bayern. Besucher der Schmiede wurden auf Kameras festgehalten, ihre Porträts erschienen auf einem Bildschirm und schwebten in Griffweite zu einem putzig süßen, ganz, ganz lieben, - nein, zu einem ganz, ganz bösen und hinterhältigen Teddybär. Denn er fing alle heranschwebenden Personenfotos ein und stopfte sie unbarmherzig in einen futuristischen Abfallkübel zwecks Endlagerung – und Keiner entging ihm. Und Keine! Performances und musikalisches Schaffen rundeten noch lange nicht ab, was 140 medial schmiedende Freigeister in der fruchtbaren Atmosphäre der Pernerinsel in die Welt gehämmert hatten. Auch ein Werbeslogan für Hallein stand auf dem Programm, an ihm wird im verzweigten Schmiede-Netzwerk noch gefräst, gefeilt und poliert. Und nächstes Jahr? Oh Gott, da heißt es ja, noch ein ganzes Jahr bis zur Schmiede Nummer Neun beiseite zu räumen! – OST








