| (LK) Unter dem Motto "Discontent", was soviel bedeutet wie unzufrieden oder Unzufriedenheit, ist gestern, Donnerstag, 16. September, die Schmiede10, ein Festival als Spielwiese für Produzenten und Multiplikatoren, auf der Pernerinsel in Hallein, eröffnet worden. Unzufrieden mit sich und der Schmiede sind Initiator Rüdiger Wassibauer und sein Medienkunstnetzwerk jedoch keineswegs. "Die Unzufriedenheit ist Motor der Innovation. Die Schmiede Hallein ist ein Produkt der Unzufriedenheit über die Situation der Subkultur in Salzburg. Wir bekannten uns zu Salzburg und Hallein, wollten nicht raunzen, sondern tun. Acht Jahre später blicken wir zurück auf eine beeindruckende Entwicklung und einen abwechslungsreichen Weg. Die Schmiede ist heuer größer dimensioniert, als je zuvor", so Wassibauer über das zehn Tage lang dauernde Festival. Mehr als 200 Interessenten, auch "Schmiede" oder "Smiths" genannt, haben sich heuer um eine Mitwirkung beworben. Schlussendlich wurden 140 ausgewählt, sich auf der Pernerinsel zu vernetzen und kreative Projekte auszuarbeiten. Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Wilfried Haslauer hob vor allem die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die in einem derartigen Netzwerk entstehen, hervor: "Durch den Austausch zwischen den vielfältigen künstlerischen Bereichen der Schmiede und der Kooperation mit institutionellen und unternehmerischen Partnern werden Synergien freigesetzt. Aus kreativen Ideen entstehen innovative Produkte und neue Konzepte, die dazu beitragen, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und die Wertschöpfung zu erhöhen. Gerade jetzt ist die Innovationsdynamik wesentlicher Faktor für das Wirtschaftswachstum. Ich bin mir sicher, dass das heurige Schwerpunktthema Wirtschaft für die Teilnehmer und sämtliche Wirtschaftszweige der Creative Industries, die vor allem auch in Salzburg eine wichtige Branche darstellen, großen künstlerischen und wirtschaftlichen Nutzen bringt", betonte Dr. Haslauer heute, Freitag, 17. September. Die Schmiede geht heuer mit vielen öffentlichen Programmpunkten und einer interessanten Auswahl an international interessanten Persönlichkeiten an die Öffentlichkeit. Dadurch präsentiert sie sich für die Teilnehmer, aber auch für öffentliches Publikum, als Vollzeit-Festival für Konsumenten und Produzenten. Mit der Förderung einzelner Projekte, die für den Medienkunstpreis 2010 ausgewählt wurden, hebt sich die Schmiede in diesem Jahr auf ein anders Niveau. Die bestehende Werke sollen in die Welt hinaus getragen werden, sowie den Nährboden für Medienkunst in Salzburg düngen. "Was sich hier in der Schmiede in den vergangenen Jahren entwickelt hat, ist eine tolle Erfolgsgeschichte. Die Kunstförderung des Landes hat sich von Beginn an zu diesem innovativen Projekt und seinem neuartigen Ansatz bekannt. Und wir tun das auch weiterhin: So haben wir trotz äußerst angespannter Budgetlage die Jahresförderung für die Schmiede Hallein von 2009 auf 2010 von 30.000 auf 40.000 Euro erhöht" betonte Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner beim heutigen Informationsgespräch. Damit lege das Land ein klares Bekenntnis zur Förderung der Schmiede Hallein und der noch jungen Sparte der Medienkunst ab, so Brenner weiter. "Die Schmiede Hallein vereint hier hohes Engagement und außergewöhnliche, weit über Salzburg hinausstrahlende, Kompetenz in Sachen Medienkunst. Deshalb freut mich auch die langfristige Kooperation mit dem Medienkunstpreis des Landes, der organisatorisch von der Schmiede abgewickelt wird. Und es gibt weitere Querverbindungen: Denn auch für die 2008 von mir initiierten neuen Förderschiene ‘Podium‘ entstand mit ‘Cinema Vertigo‘ ein spannendes Projekt, das bei der Schmiede 2009 zum ersten Mal gezeigt wurde und dessen Weiterentwicklung wir heuer bewundern dürfen", erläuterte Brenner. Zum erweiterten Programm des Festivals kommen heuer erstmals ausgewählte Eigenproduktionen, die sich aus dem Netzwerk der Schmiede entwickelt haben. Ebenfalls neu ist die Zusammenarbeit mit dem Verein für internationalen und interkulturellen Austausch (VIA). Unter der Leitung von Jessica White wird einer Gruppe von Jugendlichen der Zugang zu Kunst und Kultur auf der Schmiede eröffnet. Anhand eines eigenen Projektes – heuer ein Video – sollen die Jugendlichen sozial gefördert werden und eine Aufgabe erhalten, die sie interessiert und sie motiviert. Weiters konnten neue Partner gewonnen und bestehende Partnerschaften, wie die mit der Trumer Privatbrauerei, dem Verein Estrela, der ARGEkultur oder der FH Salzburg, ausgebaut werden. Alle Programmpunkte und weitere Informationen der Schmiede10 gibt es unter http://www.schmiede.ca/blog/post/rutiger/schmiede10-discontent-print-program oder als Online-PDF Programm unter http://www.bit.ly/schmiede10 o204-130a |