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Soundcloud @ Schmiede

19. 09. 2010, uli

Zur Zeit auf Platz 80 der meistbesuchten Internetseiten, aber für viele Künstler die Nummer eins im Netz: Die Rede ist von Soundcloud. Nach nicht einmal zwei Jahren seit ihrem Launch zählt die Plattform mit knapp zwei Millionen User zu einer der wichtigsten Netzwerkseiten überhaupt. Sie präsentiert Musiker und ihre Arbeit schnell, effizient und ohne Schnick-Schnack. Der Schwede Eric Walforss, einer der beiden Gründer von Soundcloud hält am Montag seinen SchmiedeTalk und im Interview erzählt er uns, wieso Soundcloud schneller als Myspace, einfacher als yousendit.com und bald vielleicht schon so bekannt wie Youtube ist.  

Du hast eine Plattform gegründet in einer Zeit, als solche wie Pilze aus dem Boden schossen. Warum?

Ich bin schon selbst lange als Musiker tätig und habe auch meinen Co-Founder Alexander Ljung über Musik uns Studium getroffen. Das Internet war aber auch kein Neuland für mich – Ich habe schon sehr viele Websites programmiert, 1999/2000 habe ich eine ziemlich große Community für Künstler gebaut. Die gibt es mittlerweile nicht mehr. Alexander und ich waren in San Francisco, um unsere Diplomarbeit zu schreiben. Dort haben wir begonnen, ein Konzept zu entwickeln. Danach sind wir wieder nach Stockholm und hatten im letzten Studienjahr wenig zu tun, viel Zeit, uns voll auf unser Projekt zu konzentrieren. Es gab so viele Seiten, die nicht gut für Musiker waren, aber viel von ihnen genutzt wurden.

Was hat Euch an den Seiten genervt?

Das waren einfach hässliche Seiten und keine davon war für speziell für Musiker. Es war nicht einfach, jemandem seine Musik zu schicken. Auf Myspace konnte man sich präsentieren, aber die Seite ist einfach zu langsam und der Player von schlechter Qualität. Außerdem kann man hier nur das gesamte Profil präsentieren, nicht auf einzelne Tracks verlinken. Zudem ist alles public und Du kannst nichts an einzelne Personen schicken. 

Was war mit Send a file-Plattformen?

Das ist auch kein Dienst, der für Musiker gemacht wurde. Es ging hier immer nur um runterladen. Unsere Idee war es, Sounds im Netz zu visualisieren, und direkt dort die Möglichkeit zu geben, Kommentare zu posten. Wir haben uns Soundcloud dann Ende 2006 ausgedacht und sind im August 2007 online gegangen. 

Dann habt Ihr große Marketing-Aktionen gestartet?

Nein. Wir haben ganz primitiv begonnen. Ziemlich langsam eigentlich, aber stabil. Innerhalb eines Jahres haben wir eine Community aufgebaut, indem wir Leute eingeladen haben. Das war ganz viel Mundpropaganda. Im Oktober 2008 sind wir dann offiziell online gegangen und haben für alle geöffnet. 

 

Und wieso schafft es MySpace jetzt immer noch nicht, mit Soundcloud mitzuhalten?

Die Seiten sind so umfangreich. Jeder präsentiert sich, wie er will und das macht alles langsam. Inzwischen nutzt MySpace auch zum Teil unsere Player. Unsere Widgets gibt es überhaupt auf mehreren Plattformen. Wir sind auch mit Facebook vernetzt. 

Wie siehts mit den Labels aus? Nutzen sie Euch?

Ja, fast alle verwenden Soundcloud. Sie lernen damit neue Musik kennen, machen aber auch viele andere Sachen. Remix-Contests zum Beispiel oder alternative Veröffentlichungen. Labels nutzen uns auch gern via iPhone, damit können sie schnell hören, was ihnen Neues geschickt worden ist.  

Ihr seid also allgemein ziemlich vernetzt mit Hardware, Software und anderen Communities?

Ja. Im Moment passiert ganz viel. Hauptsächlich versuchen wir Integrationen mit verschiedenen Tools zu schaffen. Wir arbeiten zum Beispiel viel mit Music-making-Programmen. Du kannst am iphone Musik machen, aufnehmen, speichern und sofort auf Soundcloud stellen und dann auch noch verschicken. Es gibt so viele Musikprogramme und Spiele, die Musik generieren, das ist irre. Große Kooperationen sind im Moment auch iPhone, iPad und Android. 

Und davon lebst Du inzwischen?

Davon leben mittlerweile 40 Leute! Unser Geschäftsmodell hat Premium Accounts zur Basis. Wer Soundcloud stark nutzt, kann sich einen kaufen und davon leben wir. 

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