Das Schmiede-Label Estrela ist laut eigenen Angaben das flashigste Label seiner Art, arbeitet nach dem Gießkannen-Prinzip und sieht sich als Selbsthilfegruppe für Musiker. Obwohl es auch schon international sehr bekannt ist, gilt das Label vor allem in der (Musik)hauptstadt Wien als geheimnisvolles Rätsel, hinter dem ein Phantom steckt. Niemand weiß, wer der Typ ist, der die affinen Radiostationen mit Material zur Dauerrotation versorgt. In der Szene wird sogar schon gemunkelt, Sven Väth stecke hinter dem Projekt. Wir haben den öffentlichkeitsscheuen Macher getroffen, sofort auf der Schmiede eingesperrt und ausgequetscht, was denn all die Floskeln sollen...
Was ist Estrela?
Das flashigste Dancelabel der Welt. Weil wir immer zu Späßen aufgelegt sind. Wir nehmen Genres und das ganze Gehabe nicht so ernst wie andere.
Und das macht Euch auch zum besten Label?
Ich weiß nicht, ob wir ein gutes Label sind. Sicher ist, dass die Leute, die bei uns releasen, gut sind. Es ist sehr schwierig, ein gutes österreiches Label zu machen. Besser is es, ein Label mit guten österreichischen Artists zu machen.
Wieso kommen die guten Leute ausgerechnet zu Euch?
Weil es in Österreich bis auf wenige Ausnahmen keine Infrastruktur von Labels, die physikalische Tonträger veröffentlichen, gibt. Auch wir sind mittlerweile nicht mehr so offen, dass jeder zu uns kommen kann und wenn er gut ist, veröffentlicht wird. Das geht aus finanziellen Gründen nicht.
Wie wählt Ihr Eure dann aus?
Prinzipiell sind wir schon nach wie vor offen und digital veröffentlichen wir sehr viele Tracks. Durch unsere physikalischen Releases haben wir einen sehr guten Namen auf dem Markt bekommen. Das bringt den Acts einen guten Mehrwert für digitale Releases bei uns. Auf Platte hat sich gerade eine gewisse Clique heraus kristallisiert, wir konzentrieren uns periodisch auf bestimmte Leute.
Die wären?
Prinzipiell sollten sie schon aus Salzburg sein oder zumindest einen gewissen Connex dazu haben. Wir haben natürlich auch andere Artists, aber irgendeine Verbindung gibt es immer. Mittlerweile haben wir es geschafft, ein Eintrittstor zu sein. Wir sind eine Label-Selbsthilfegruppe. Das heißt, es gibt auch Artists, die selbst auch was zu ihrer Veröffentlichung beitragen. Das Label ist die Visitenkarte, mehr nicht. Ein gutes Label ist immer ein Minusgeschäft. Unseres ist ein Gießkannenlabel!
Ja?
Wir pflegen kleine Pflänzchen, die dann zu großen Bäumen wachsen. Wir konzentrieren uns nicht nur auf etablierte Artists, ganz im Gegenteil. Wir stützen nicht etablierte Acts und bringen sie mit großen Namen zusammen.
Wer wird der nächste Superstar?
Tja, wir haben da so einige Brötchen im Ofen!
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