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Schmiede11: Werkschau

02. 10. 2011, ruediger

Schauen – hören – erleben

Werkschau der Schmiede11 „chaos creates structure“ 

Medienkunst und –kultur, Performances, Visuals, Videos und Audios, ein Feuerwerk der Phantasie, technisch perfekt umgesetzt – das war wieder die Werkschau des 9. MedienKulturFestivals Schmiede11 „chaos creates structure“ am Samstag, 24.9. auf der Pernerinsel in Hallein. Programmhighlights: die Präsentation des Siegerprojekts zum Salzburger Landespreis für Medienkunst 2010 „Years“ und natürlich der Performance Walk.

 

Am 24.9. öffnete die Schmiede11 zum letzten Mal die Tore der Alten Saline auf der Pernerinsel: Schauen – hören – erleben – über 200 Interessierte konnten sich ein Bild machen, wie vielfältig die 150 Smiths seit dem 15.9. ihre Kreativität im inspirierenden Ambiente der Alten Saline ausgelebt haben. Wie jedes Jahr ein Abend voller Erlebnisse für Augen, Ohren und Geist. Die reale Schmiede schließt damit für ein Jahr die Tore. Nun wird im virtuellen Netzwerk gearbeitet, bis es im Herbst 2012 wieder heißt: Auf zum nächsten Playground of Ideas.


Wie klingt das Leben eines Baumes? Präsentation von „Years“ (Salzburger Landespreis Medienkunst 2010)
Bartholomäus Traubeck stellt die Umsetzung seines Konzepts „Years“ der Öffentlichkeit vor. Er gibt dem Leben eines Baumes und der in den Jahresringen gespeicherten zeitlichen Information einen Klang: die Jahresringe werden mit einer Mikroskop-Kamera optisch abgetastet und in Klaviertönen umgesetzt. Der Rhythmus der Natur, der generierte Klang eines Baumes, die Lebenszeit eines Baumes im Zeitraffer vertont, stimmig in Szene gesetzt mit einem Plattenspieler und Baumscheiben als Tonträgern.

The winner is: Salzburger Landespreis Medienkunst 2011 für „Dialog“
Das von einer Jury des Landes Salzburg mit € 10.000,00 dotierte Konzept „Dialog“ von Andreas Gröstlinger und Sebastian Kargl wurde bereits im Rahmen der Pressekonferenz am 16.9. vorgestellt: Die Spielregeln des Digitalen ermöglichen künstlerisches Schaffen nicht mehr ausschließlich für eine Elite. Viele Menschen schaffen sich mit den neuen Ausdrucksmitteln einen eigenen Zugang. Dialog macht es sich zum Ziel, die neuen Formen in der Musik weiterzuentwickeln: Sie werden analysiert und in akustischen und elektronischen Experimenten analog rekonstruiert. Technik wird so – nach Dominik Landwehr - zur Quelle der Inspiration. Wir freuen uns auf die Umsetzung 2012.

Schmiede11: die Projektpräsentationen
Einen schräg-bunten Querschnitt durch die Projekte, die vom 15. bis 23.9. auf der Pernerinsel entstanden bzw. vorangetrieben wurden gab es dann im „Wood“. Mit Witz und Esprit präsentierte Moderator Michael Hackl zunächst gemeinsam mit den KünstlerInnen diverse Videos und Kurzfilme - zum Teil über erarbeitete Projekte, zum Teil waren die Filme selbst das Projekt: Schragen und Petroleumlampen auf der Wanderschaft durch die Saline (Michael Kofler, David Sumbera), ein Glockenspiel für fließende Gewässer (Karla Spiluttini, Korinna Lindinger), Schwarz-weiß Fotos der Schmiede10 als düsteres Video inszeniert (Thomas Koll), eine Projektskizze wie mit Licht und Ton bei Menschen im öffentlichen Raum Liebesgefühle geweckt werden können (Wolfgang Tragsailer), der Kurzfilm „Makeup“ (Nadia el-Arachi, Dominik Gumpenberger), die comicartige Verfremdung von Mäusen aus einem persischen Kinderfilm im Mausikvideo (Gerald Schober) und stimmungsvolle Visuals und Musik (Micha Pichlkastner).

Und dann: der Performance-Walk … !
Die ganze Saline wird zur Bühne: Michael Hackl als Zeremonienmeister führte das Publikum beim Performance-Walk auf eine phantastische Reise durch Performances, Installationen und Kunstwerke. Das Publikum erlebte so die Plätze, an denen die präsentierten Projekte entstanden sind - „Work in Progress“ zum Anfassen und die Möglichkeit zum direkten Dialog Smiths – Publikum und umgekehrt.

Am Anfang die Schmiede-Golf-finals: Klaus Mähring und Team kürten Maria Morschitzky zur Siegerin. Dass ein Handmixer auch spazieren gehen kann zeigte Anika Hirt auf charmant-witzige Weise. Starke Eindrücke im Miners: Marko Ritters Video-Installation und die Tanz- und Videoperformance Moya mit Gloria & Marcella. Dass auch klassische Musik nicht zu kurz kommt, bewies der Schmiede-Choir, der den Dynamo-Raum gekonnt als Instrument mit einbezog. Ein letztes Mal zu sehen dann „Glyph“, die performative Installation von DEPART Leonhard Lass und Gregor Ladenhauf. Als abschließender Höhepunkt öffneten sich um 23.15 die Tore der Saline zur letzten Vorstellung des „Cinema Vertigo“ von Claudia Rohrmoser und Benjamin Hohnheiser. Die offene Plattform stellt das klassische Breitbildformat des Kinos auf den Kopf, sie spielt gekonnt mit den Grenzen von Architektur, Video- und Medienkunst. 2009 begonnen erschien Cinema Vertigo 2011 in neuer Gestalt als Medienfassade im Verdampferturm. Nach den Portraits der Smiths11 und „Migrating Cities“ hieß es bis 1.00 „Leinwand frei!“ für diverse Projektionen und Performances. Ein Highlight: Visuals begleitet von ätherischen Live-Klängen von Ciference-Symphony aka Martina Stock (Harfe) und Christian Schratt (Hang).

Den ganzen Abend zugänglich: „Do the Labyrinth“ von Bruno Pelaez, Hannes Franks „Klingende Röhren im Salz“, „Human Nature von Katharina Marianne, farb_ton 2 – eine Schaukel, die Farben und Töne umsetzt von Karla Spiluttine, „unrund“ von Korinna Lindinger, das glokale Gestennetzwerk „1.000m weiter … das Ende der Welt“ von Tanzbüro, das Kreidebild „Un coup de dedes“ von Valeria Schwarz, „Wachskubus“ von Armin Keplinger, und die „one man installation“ von Darren Kirwan.

Das war die Schmiede11: Neue Formate, eine Vernissage, Performances und viel öffentliches Interesse
Die öffentlichen Programmpunkte der Schmiede11 starteten am 15.9. mit der gut besuchten Vernissage zur „Schnittstelle – chaos creates structure“ im kunstraum pro arte (noch bis 8. Oktober zu sehen).
Ein neues altes Format hat eingeschlagen: Die SchmiedeTalks, eine Weiterentwicklung des Formats „LTAi – Let’s Talk About it“. Die drei offenen Diskussionsrunden – u.a. mit Hubert von Goisern und Klaus Mähring, Eva Fischer und Elisabeth Noever-Ginthör und natürlich den Smiths11 - waren rundum bereichernd für die Smiths und das externe Publikum.
Viel positive Resonanz vom Publikum erfuhren auch das glokale Gestennetz „1.000m weiter … das Ende der Welt“ initiiert vom Tanzbüro, gestaltet von 9 KünstlerInnen mit internationalem Background (Hüseyin Evirgen, Fanni Futterknecht, Claudia Heu, Michikazu Matsune, Amanda Pina, Tomaz Simatovic, Oleg Soulimenko, Walter Steinacher, Kamen Stoyanov), die performativen Installationen „DELTA AURIGAE & GLYPH“ des Künstlerduos DEPART (Leonhard Lass & Gregor Ladenhauf), und das Konzert des Kollektivs Ritornell, das den Dynamo-Raum der Alten Saline zum Instrument umfunktionierte..
Der erste Hackathon, in Kooperation mit Music & Bits hat 60 TeilnehmerInnen – Smiths sowie Künstler und Entwickler aus der Region – zu 6 Projekten inspiriert.
Fazit: Die Alte Saline auf der Pernerinsel hat sich auch 2011 wieder als anregende Umgebung für junge Kreative bewährt. Auf Wiedersehen 2012!

Weitere Infos zur Schmiede11 im Web: www.schmiede.ca 

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